{"id":2,"date":"2011-06-04T20:11:07","date_gmt":"2011-06-04T18:11:07","guid":{"rendered":"http:\/\/werner0304.alfahosting.org\/wordpress?page_id=2"},"modified":"2020-08-21T21:06:52","modified_gmt":"2020-08-21T20:06:52","slug":"beispiel-seite","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.rostock-frueher.de\/wordpress\/?page_id=2","title":{"rendered":"Kaiser-Wilhelm-Strasse 6"},"content":{"rendered":"<p>Die Kaiser-Wilhelm-Stra\u00dfe 6 (heute Rosa-Luxemburg-Stra\u00dfe 6) liegt in der Rostocker Steintor-Vorstadt. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war das s\u00fcdlich der Stadtmauer gelegene Areal nahezu unbebaut. Es gab die Reiferbahn und einige Ackerb\u00fcrgerh\u00e4user, welche an der sp\u00e4teren Friedrich-Franz-, Augusten- und Paulstra\u00dfe lagen.\u00a0 Ab 1860 wurden Grundst\u00fccke an die St\u00e4dter zur Errichtung von Wohnh\u00e4usern verkauft. Die Stra\u00dfenverl\u00e4ufe n\u00f6rdlich der St.-Georg-Stra\u00dfe folgen z.T. bis heute den damaligen Feldwegen.<br \/>\nDie Er\u00f6ffnung des Lloyd-Bahnhofs, des heutigen Hauptbahnhofs, im Jahr 1886 wurde zur Initialz\u00fcndung f\u00fcr die Bebauung der Steintor-Vorstadt s\u00fcdlich der St.-Georg-Stra\u00dfe. Im Jahr 1885 waren die Kaiser-Wilhelm-Stra\u00dfe und die Bismarckstra\u00dfe (heute Gerhard-Hauptmann-Stra\u00dfe) angelegt worden, die den Bahnhof mit der inneren Stadt verbanden. Im Juni 1887 wurde der Oberbaurat Reinhard Baumeister aus Karlsruhe vom Rostocker Rat mit der Planung f\u00fcr das etwa dreieckige Gebiet zwischen St.-Georg-Stra\u00dfe, Bahnhof und Schwaaner Landstra\u00dfe beauftragt. Im August 1887 legte Baumeister seine Planungen vor, die teilweise Vorarbeiten u.a. von Stadtbaumeister Studemund aufgriffen. Im September genehmigten Rat und <em>Repr\u00e4sentirende B\u00fcrgerschaft<\/em> den Bebauungsplan.<\/p>\n<figure id=\"attachment_7\" aria-describedby=\"caption-attachment-7\" style=\"width: 722px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/werner0304.alfahosting.org\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/steintor-vor1866-miede-fo-ro20-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-7\" title=\"steintor-vor1866-miede-fo-ro20-1\" src=\"http:\/\/werner0304.alfahosting.org\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/steintor-vor1866-miede-fo-ro20-1.jpg\" alt=\"\" width=\"722\" height=\"432\" srcset=\"https:\/\/www.rostock-frueher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/steintor-vor1866-miede-fo-ro20-1.jpg 722w, https:\/\/www.rostock-frueher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/steintor-vor1866-miede-fo-ro20-1-300x179.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 722px) 100vw, 722px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7\" class=\"wp-caption-text\">Blick zum Steintor, ca. 1865, Fotografie von Friedrich Miede<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ab 1888 wurde mit der Bebauung begonnen, zun\u00e4chst an der Bismarckstra\u00dfe. Im Jahr 1891 findet sich die Kaiser-Wilhelm-Stra\u00dfe mit der Hausnummer 1 erstmalig im Adressbuch. Die Baugrundst\u00fccke sollten von der K\u00e4mmerei meistbietend versteigert werden. Es gibt Vermutungen, dass es in dem Bieterverfahren Absprachen zwischen den Interessenten gegeben habe, da es oft nur einen Bieter je Grundst\u00fcck gab. (vgl. Jan-Peter Schulze: Die Entwicklung der Steintor-Vorstadt um 1900. In: Pelc, Ortwin (Hrsg.): 777 Jahre Rostock. Neue Beitr\u00e4ge zur Stadtgeschichte. Rostock 1995) Das Verkaufsprocedere hatte tats\u00e4chlich nur wenig mit einer Versteigerung zu tun, da die K\u00e4mmerei zum Grundst\u00fccksverkauf bereit war, sobald 200 Mark je Quadratrute geboten wurden. Die Rute ist eine alte L\u00e4ngenma\u00dfeinheit, die regional unterschiedlich war. Die Sondershausener Feldrute war ca. vier Meter kurz, die Alte Oldenburger Rute fast sechs Meter lang. Bei den Rostocker Grundst\u00fccksgesch\u00e4ften wurde entweder die Rostocker Waldrute (4,60 m) oder die Mecklenburgische Waldrute (4,66 m) verwendet, woraus sich eine Quadratrute von 21,19 oder 21,68 m\u00b2 ergibt. Die Grundst\u00fccke f\u00fcr die Kaiser-Wilhelm-Stra\u00dfe 3-10 wurden 1894 gebildet. Initiator war Maurermeister Carl Heinig, der sich mit Schreiben vom 29.03.1894 an den Rat wandte: \u201eHiermit erlaube ich mir die ganz ergebene Bitte vorzutragen, E.E. Rath wolle gef\u00e4lligst veranlassen, da\u00df diejenigen Baupl\u00e4tze an der Kaiser-Wilhelm-Stra\u00dfe welche in der Verl\u00e4ngerung der Graf Schack Stra\u00dfe liegen, also \u00fcber die jetzige Bleiche f\u00fchren, parzelliert werden, da ich beabsichtige daselbst Pl\u00e4tze zu kaufen und elegante Villen darauf zu erbauen. Indem ich hoffe keine Fehlbitte gethan zu haben<br \/>\nzeichne<br \/>\nHochachtend<br \/>\nErgebenst<br \/>\nC. Heinig\u201c<br \/>\nAm 06.06.1894 wurde dem Rat von der K\u00e4mmerei mitgeteilt, dass \u201ewir durch den Landesrevisor Saniter den den s\u00fcdlichen Theil der st\u00e4dtischen Oberbleiche einschlie\u00dfenden Block auf Grund des Stadterweiterungsplanes von 1888 in geeignete Baupl\u00e4tze [haben] eintheilen lassen.\u201c Weiterhin\u00a0 teilte die K\u00e4mmerei mit, dass Maurermeister Heinig jedoch kaum Interesse zeige. F\u00fcr zwei Grundst\u00fccke lagen bereits Gebote anderer Interessenten vor. So bot der Reeder Paul Gramp(p) f\u00fcr den Bauplatz 1457 VII (Kaiser-Wilhelm-Str. 8 ) 200 Mark je Quadratrute.<br \/>\nAm 02.07.1894 befasste sich die Repr\u00e4sentirende B\u00fcrgerschaft mit dem Verkauf der Grundst\u00fccke. \u201eNach dem Bericht des Herrn Berringer wird die Vorlage vom 11. Juni d. J. betreff. Eintheilung des den s\u00fcdlichenTheil der st\u00e4dtischen Oberbleiche einschlie\u00dfenden Blockes in Baupl\u00e4tze genehmigt, E. E. Rath jedoch ersucht, au\u00dfer den Pl\u00e4tzen Nr. 1457 VIII, V, IX auch die Pl\u00e4tze 1457 I, II, III, IV zu verkaufen, da auch f\u00fcr diese bereits Kaufliebhaber vorhanden sind.\u201c Bei Herrn Berringer handelt es sich um den Maurermeister Ludwig Berringer, Mitglied der B\u00fcrgerschaft. Nicht erw\u00e4hnt im Text ist das Grundst\u00fcck 1457 VII, f\u00fcr das sich der Reeder Gramp(p) interessiert hatte. Es ist anzunehmen, dass dieses sowie die Grundst\u00fccke V, VIII und IX zu diesem Zeitpunkt bereits ver\u00e4u\u00dfert waren. Nach Aktenlage war dies bei Nr. VIII allerdings nicht der Fall. Das Grundst\u00fcck der Kaiser-Wilhelm-Stra\u00dfe 6 hatte die Nummer 1457 V.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/werner0304.alfahosting.org\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/003-ansicht.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-25\" title=\"003-ansicht\" src=\"http:\/\/werner0304.alfahosting.org\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/003-ansicht.jpg\" alt=\"\" width=\"556\" height=\"519\" srcset=\"https:\/\/www.rostock-frueher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/003-ansicht.jpg 556w, https:\/\/www.rostock-frueher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/003-ansicht-300x280.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 556px) 100vw, 556px\" \/><\/a><a href=\"http:\/\/werner0304.alfahosting.org\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/1895-ueberschrift-1-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-large wp-image-26\" title=\"1895-ueberschrift-1-2\" src=\"http:\/\/werner0304.alfahosting.org\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/1895-ueberschrift-1-2-1024x152.jpg\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"152\" srcset=\"https:\/\/www.rostock-frueher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/1895-ueberschrift-1-2-1024x152.jpg 1024w, https:\/\/www.rostock-frueher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/1895-ueberschrift-1-2-300x44.jpg 300w, https:\/\/www.rostock-frueher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/1895-ueberschrift-1-2.jpg 1603w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Der Bauschein f\u00fcr den Neubau eines Wohnhauses war am 09.04.1895 ausgestellt worden, die Gebrauchsabnahme erfolgte am 24.03.1896. Ab 1897 findet sich der Bauherr, der Rentier C.F. Staude als Eigent\u00fcmer und Bewohner der Kaiser-Wilhelm-Stra\u00dfe 6 auch im Rostocker Adressbuch. Zuvor hatte Herr Staude zwei Jahre in der St.-Georg-Str. 20 gewohnt. Errichtet wurde die Villa von Maurermeister Carl Heinig, der im Patriotischen Weg 73-75 eine Granitschleiferei,\u00a0Steinmetzwerkstatt und\u00a0 Holzbearbeitungsfabrik betrieb. Carl Heinig hat in der n\u00e4heren Umgebung ein weiteres Haus errichtet, die Kaiser-Wilhelm-Str. 29, heute Wilhelm-K\u00fclz-Platz 4. (Im Jahr 1899 begann Carl Bremer, der sp\u00e4tere Gr\u00fcnder und Inhaber der Firma Draht-Bremer seine kaufm\u00e4nnische Lehre bei Carl Heinig.) Das Haus hat zwei Etagen und ist unterkellert. Im Keller waren z.B. Sp\u00fcle und Waschk\u00fcche untergebracht. Auch das \u201eM\u00e4dchen\u201c hatte hier ihr Zimmer. Im Erdgeschoss befanden sich u.a. Salon, Speise-Zimmer, Schrank-Zimmer und Zimmer des Herrn. Im Obergeschoss gab es z.B. zwei Schlafzimmer und das Bad. Im Vergleich zu einigen anderen, z.T. auch noch erhaltenen H\u00e4usern aus dieser Zeit in der Kaiser-Wilhelm-\/Rosa-Luxemburg-Stra\u00dfe ist die \u00e4u\u00dfere Form der Kaiser-Wilhelm-Str. 6 doch als zur\u00fcckhaltend zu bewerten, weil auf T\u00fcrme und T\u00fcrmchen und sonstigen Zierrat\u00a0 weitgehend verzichtet wurde.<\/p>\n<p>Carl Friedrich Staude, Jahrgang 1831, aus dem mecklenburgischen Goldberg stammend, bewohnte das Haus mit seiner deutlich j\u00fcngeren Frau Clara (*1854), den Kindern Clara und Walter sowie einer K\u00f6chin und einem Hausm\u00e4dchen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_30\" aria-describedby=\"caption-attachment-30\" style=\"width: 640px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/werner0304.alfahosting.org\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/004-kaiser-wilhelm-1902-ak.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-30 size-full\" title=\"004-kaiser-wilhelm-1902-ak\" src=\"http:\/\/werner0304.alfahosting.org\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/004-kaiser-wilhelm-1902-ak.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"392\" srcset=\"https:\/\/www.rostock-frueher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/004-kaiser-wilhelm-1902-ak.jpg 640w, https:\/\/www.rostock-frueher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/004-kaiser-wilhelm-1902-ak-300x183.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-30\" class=\"wp-caption-text\">Kaiser-Wilhelm-Stra\u00dfe mit dem Bahnhof im Hintergrund, um 1900, im Vordergrund kreuzt die Graf-Schack-Stra\u00dfe, links das erste Haus ist die Nummer 3, rechts steht die Nummer 39<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Haus links, die Kaiser-Wilhelm-Stra\u00dfe 3, d\u00fcrfte den etwas \u00e4lteren Rostockern noch als Haus der Pioniere bekannt sein. Die Nummer 39 rechts im Bild existiert nicht mehr, die Stra\u00dfe endet jetzt mit der Nummer 38. Auf den Grundst\u00fccken der fr\u00fcheren Nummern 38 und 39, beide Geb\u00e4ude wurden im 2. Weltkrieg zerst\u00f6rt, steht seit einigen Jahren ein Bankgeb\u00e4ude.<\/p>\n<figure id=\"attachment_169\" aria-describedby=\"caption-attachment-169\" style=\"width: 603px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/werner0304.alfahosting.org\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/kaiser-wilhelm-str-5-6-1903-ak-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-169 size-full\" title=\"kaiser-wilhelm-str-5-6-1903-ak-1\" src=\"http:\/\/werner0304.alfahosting.org\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/kaiser-wilhelm-str-5-6-1903-ak-1.jpg\" alt=\"\" width=\"603\" height=\"401\" srcset=\"https:\/\/www.rostock-frueher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/kaiser-wilhelm-str-5-6-1903-ak-1.jpg 603w, https:\/\/www.rostock-frueher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/kaiser-wilhelm-str-5-6-1903-ak-1-300x199.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 603px) 100vw, 603px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-169\" class=\"wp-caption-text\">Postkarte von ca. 1900. Rechts ist im Anschnitt die Nummer 6 zu sehen.<\/figcaption><\/figure>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/werner0304.alfahosting.org\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/005-kaiser-wilhelm-strasse-1899-ak-1.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-40\" title=\"005-kaiser-wilhelm-strasse-1899-ak-1\" src=\"http:\/\/werner0304.alfahosting.org\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/005-kaiser-wilhelm-strasse-1899-ak-1.jpg\" alt=\"\" width=\"544\" height=\"279\" srcset=\"https:\/\/www.rostock-frueher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/005-kaiser-wilhelm-strasse-1899-ak-1.jpg 544w, https:\/\/www.rostock-frueher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/005-kaiser-wilhelm-strasse-1899-ak-1-300x153.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 544px) 100vw, 544px\" \/><\/a>Auf obiger Ansicht der Kaiser-Wilhelm-Stra\u00dfe ist ganz rechts ein St\u00fcck der Nummer 10 und ein gro\u00dfer Stapel Ziegelsteine zu sehen. Gut zu erkennen sind auch die Erker der Nummern 9-7. Dann wird es schwierig, da B\u00e4ume und Bauger\u00fcste den Blick verstellen. Es ist also anzunehmen, dass die Aufnahme in der Bauphase der Kaiser-Wilhelm-Stra\u00dfe 6 entstand, zwischen November 1895 und M\u00e4rz 1896. Links auf der Ansichtskarte ist noch ein Teil\u00a0 Kaiser-Wilhelm-Str. 32 zu sehen, heute Hostel, zu DDR-Zeiten Kammer der Technik. Ende der 1920er\/ Anfang der 1930er Jahre ging Margarete Kempowski oft in das Haus, um ihre Kinder Ulla und Robert in den Kindergarten von Anna Marie Vo\u00df zu bringen.<\/p>\n<figure id=\"attachment_168\" aria-describedby=\"caption-attachment-168\" style=\"width: 630px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/werner0304.alfahosting.org\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/kaiser-wilhelm-platz-1910-ak-ausschn-kl.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-168 size-full\" title=\"kaiser-wilhelm-platz-1910-ak-ausschn-kl\" src=\"http:\/\/werner0304.alfahosting.org\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/kaiser-wilhelm-platz-1910-ak-ausschn-kl.jpg\" alt=\"\" width=\"630\" height=\"320\" srcset=\"https:\/\/www.rostock-frueher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/kaiser-wilhelm-platz-1910-ak-ausschn-kl.jpg 630w, https:\/\/www.rostock-frueher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/08\/kaiser-wilhelm-platz-1910-ak-ausschn-kl-300x152.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 630px) 100vw, 630px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-168\" class=\"wp-caption-text\">Kaiser-Wilhelm-Stra\u00dfe 32. Postkartenausschnitt, sp\u00e4testens von 1910<\/figcaption><\/figure>\n<p>Ab 1914 geh\u00f6rte dann die Kaiser-Wilhelm-Stra\u00dfe 6 dem Rittergutsbesitzer und Landschaftsrat Albert Westphal. Zum Ende bzw. kurz nach dem 1. Weltkrieg wurde Hauptmann z.D. Paul Freybe Eigent\u00fcmer des Hauses. Freybe stammte aus L\u00f6tzen in Ostpreu\u00dfen, heute Gizycko<br \/>\nin Polen. Er war seit 1910, damals als Leutnant, Mitglied in Mecklenburgischen Yachtklub Rostock, was angesichts der anderen honorigen Mitglieder des Clubs auf einen gewissen Wohlstand schlie\u00dfen l\u00e4sst.<br \/>\nIm Rostocker Anzeiger fand sich in der Ausgabe des 24.11.1914 folgende Anzeige:<br \/>\n\u201eOberleutnant Freybe, F\u00fchrer der 3. Komp., I.-R. 147, z. Zt. in Russ.-Polen bittet bei Absendung von Weihnachts-Liebesgaben seiner Kompagnie zu gedenken. Vor allem Rauchsachen, Briefpapier, Schokolade, Husten-Bonbons, Scheren, einf. Brieftaschen, Pantoffeln usw.\u00a0\u00a0 Adresse: 3. Komp., Infanterie-Regiment 147, 20. Armeekorps, 37. Infanterie-Division, I. Bataillon\u201c<br \/>\nIm Jahr 1920 war Paul Freybe Major, allerdings a.D. und betrieb in der Breiten Stra\u00dfe 26\/27 eine General-Agentur der \u201eVaterl\u00e4ndischen\u201c und der \u201eRhenania\u201c. Ab ca.1926 gab Freybe seinen Vertreterposten auf und wurde Teilhaber der Firma Freybe &amp; Co., Spezialgesch\u00e4ft f\u00fcr technische Bedarfsartikel in der Strandstra\u00dfe 88. Diese Firma existierte bis ca. 1931.<\/p>\n<figure id=\"attachment_198\" aria-describedby=\"caption-attachment-198\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/werner0304.alfahosting.org\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/strandstr-88-freybe-meckmo-1926-nov.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-198 size-medium\" title=\"strandstr-88-freybe-meckmo-1926-nov\" src=\"http:\/\/werner0304.alfahosting.org\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/strandstr-88-freybe-meckmo-1926-nov-300x156.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"156\" srcset=\"https:\/\/www.rostock-frueher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/strandstr-88-freybe-meckmo-1926-nov-300x156.jpg 300w, https:\/\/www.rostock-frueher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/strandstr-88-freybe-meckmo-1926-nov-1024x532.jpg 1024w, https:\/\/www.rostock-frueher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/12\/strandstr-88-freybe-meckmo-1926-nov.jpg 1653w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-198\" class=\"wp-caption-text\">Annonce aus dem Mecklenburgischen Monatsheften, November 1926<\/figcaption><\/figure>\n<p>Sp\u00e4testens ab September 1927 war der Rechtsanwalt und Notar Dr. Otto D\u00fcwel Eigent\u00fcmer der Villa. Auch D\u00fcwel geh\u00f6rte einem Yachtclub an, n\u00e4mlich ab 1928 dem Rostocker Yacht-Club.<br \/>\nSehr wahrscheinlich hat D\u00fcwel in Rostock einige Jahre Jura studiert. Jedenfalls findet sich in den Studierendenverzeichnissen ab dem Sommersemester 1886 bis zum Sommersemester 1890 der Name Otto D\u00fcwel. Auch wenn der Name D\u00fcwel um 1900 sehr h\u00e4ufig in Rostock vorkam, so ist die Wahrscheinlichkeit doch sehr gro\u00df, dass es sich bei dem Studenten um den sp\u00e4teren Eigent\u00fcmer der Villa handelt. Otto D\u00fcwel stammte demnach aus Wilsen, einer Ortschaft ganz in der N\u00e4he Rostocks. Wie viele andere Studenten auch, wechselte er in seinen Rostocker Jahren h\u00e4ufig das Zimmer\/die Wohnung. Im Sommersemester 1886 wohnte D\u00fcwel bei der Steueraufseher-Witwe Suckow, Heiligergeisthof 38, im darauffolgenden Wintersemester beim Schlosser C.L. Jardin, Altschmiedestra\u00dfe 27, im Sommersemester 1888 war er an der Universit\u00e4t nicht eingetragen. Ab 1889 findet sich dann der Name Otto D\u00fcwel im Adressbuch, was wohl bedeutet, dass er nun eine eigene Wohnung hatte: 1989 Burgwall 20, 1890 Bu\u00dfebart 12, 1891 St. Georgstr. 73. 1890 findet sich D\u00fcwel letztmalig noch im Studierendenverzeichnis, in Erwartung des akademischen Grades.<br \/>\nZur\u00fcck zur Kaiser-Wilhelm-Stra\u00dfe. Mit dem neuen Eigent\u00fcmer hielt der automobile Fortschritt Einzug. Im Keller wurde 1927 eine Garage eingebaut. Der beauftragte Unternehmer war der Ingenieur Paul Thomas, Ko\u00dffelderstra\u00dfe 6, Eisenbeton-, Hoch- und Tiefbau. F\u00fcr die Garage wurde im Keller das Zimmer des M\u00e4dchens geopfert. Das M\u00e4dchen durfte ab sofort das Zimmer des Herrn im Erdgeschoss nutzen.<img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"aligncenter size-full wp-image-46\" title=\"1927-garage-bauplan3-1\" src=\"http:\/\/werner0304.alfahosting.org\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/1927-garage-bauplan3-1.jpg\" alt=\"\" width=\"906\" height=\"315\" srcset=\"https:\/\/www.rostock-frueher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/1927-garage-bauplan3-1.jpg 906w, https:\/\/www.rostock-frueher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/1927-garage-bauplan3-1-300x104.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 906px) 100vw, 906px\" \/><\/p>\n<p>In die Mitte des Garagenfu\u00dfbodens wurde ein Ablauf eingelassen, der als Benzinf\u00e4nger wahrscheinlich die Funktion hatte, \u00fcber- oder ausgelaufenes Benzin aufzufangen und aus Brandschutzgr\u00fcnden nach au\u00dfen zu leiten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_47\" aria-describedby=\"caption-attachment-47\" style=\"width: 800px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-47 size-full\" title=\"kaiser-marburg Kopie\" src=\"http:\/\/werner0304.alfahosting.org\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/kaiser-marburg-Kopie.jpg\" alt=\"\" width=\"800\" height=\"331\" srcset=\"https:\/\/www.rostock-frueher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/kaiser-marburg-Kopie.jpg 800w, https:\/\/www.rostock-frueher.de\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2011\/06\/kaiser-marburg-Kopie-300x124.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-47\" class=\"wp-caption-text\">Luftaufnahme, 1944. Bildrechte: Foto Marburg<\/figcaption><\/figure>\n<p>Das Haus blieb von den Bombardements des 2. Weltkriegs weitgehend verschont. Allerdings gab es in der Nachbarschaft einige Treffer, wie auf dem Luftbildausschnitt, aufgenommen im September oder Oktober 1944, zu erkennen ist. Zur besseren Orientierung ist die Nummer 3 angegeben. Links davon, auf der anderen Stra\u00dfenseite die Ruine der Nummer 2; dort hat einmal der Reeder Otto Zelck gewohnt, das Grundst\u00fcck ist noch heute unbebaut. Die Grundst\u00fccke der Hausnummern 10, 34, 38 und 39 sind bereits eigeebnet.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"Die Kaiser-Wilhelm-Stra\u00dfe 6 (heute Rosa-Luxemburg-Stra\u00dfe 6) liegt in der Rostocker Steintor-Vorstadt. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts war das s\u00fcdlich der Stadtmauer gelegene Areal nahezu unbebaut. Es gab die Reiferbahn und einige Ackerb\u00fcrgerh\u00e4user, welche an der sp\u00e4teren Friedrich-Franz-, Augusten- und Paulstra\u00dfe lagen.\u00a0 Ab 1860 wurden Grundst\u00fccke an die St\u00e4dter zur Errichtung von Wohnh\u00e4usern verkauft. 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